Ausbildung

Das Triangulum – Unterstützung von und für alle Seiten

Der Übergang von Pflichtschule zu Berufsleben oder weiterführender Ausbildung gestaltet sich für Jugendliche mit Migrationshintergrund oft sehr schwierig – sprachliche oder soziale Barrieren, der Einfluss von Milieu und familiärem Hintergrund oder ganz einfach mangelnde Information machen es Jugendlichen oft schwer, Fuß zu fassen.

Der Verein „migrare“ in Linz setzt daher auf eine Unterstützung von drei Seiten, im Zusammenspiel von Eltern, Jugendlichen und Pädagogen – dem Triangulum. Neben Information und Orientierung geht es auch vor allem um Empowerment: Motivieren, eigene Entscheidungen zu treffen in Bezug auf die Berufswahl, seinen eigenen Weg finden, und anfangen etwas zu tun.

Fehlende Orientierung ist ein sehr häufig auftauchendes Problem, und oft werden Entscheidungen über die zukünftige Berufswahl von den Jugendlichen gedanklich weggeschoben. „Ich werde schon einen Job finden“, denken viele und: „Jetzt ist ja erst mal Schule“. Diese Sorglosigkeit kann aber manchmal zu einem bösen Erwachen führen, und keinesfalls gelingt es so, eine wirkliche Lebensperspektive zu entwickeln.

Das Projekt, das gemeinschaftlich mit Volkshilfe OÖ und dem IAB durchgeführt wird, und seit April 2010 bis vorerst Dezember 2011 läuft, zielt daher auf Workshops zur beruflichen Orientierung und Information für Jugendliche mit Migrationshintergrund ab. Qualifizierende Maßnahmen werden entwickelt und besprochen, auch ein persönliches Profil wird erstellt, um den Jugendlichen zu erleichtern, für sich persönlich das Richtige zu finden.  Nicht zuletzt die schon seit Langem bestehende sehr enge Kooperation zwischen dem Verein „migrare“ und dem Arbeitsmarktservice Linz sorgt dafür, dass jeder Jugendliche in seiner Situation sehr konkret und effizient unterstützt werden kann.

Aber auch die Eltern werden mit eingebunden, es gibt Informationen, individuelle Beratung und auch einen Erfahrungsaustausch auch auf Bosnisch, Kroatisch und Serbisch sowie auf Türkisch, ebenso in Englisch und Spanisch. Gerade die Bildungsnähe oder –ferne der Eltern entscheidet in hohem Maß über den Grad der Bereitschaft der Kinder, Bildungschancen zu nutzen und sich weiterzuentwickeln. Die Eltern einzubeziehen ist notwendig, auch hier sind oft Barrieren und Vorurteile, die es auszuräumen gilt, wenn die Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt Erfolg haben sollen.

Pädagogen wird vor allem Wissen über interkulturelle Berufsorientierung zur Verfügung gestellt, und in Workshops auch die interkulturelle Elternarbeit nahegebracht, um diese Säule bei der Unterstützung von jungen Migranten zu stärken.

In diesem Dreieck können zumindest die wichtigsten Hürden für Jugendliche Migranten am Arbeitsmarkt aus dem Weg geräumt werden – und die berufliche Orientierung und Integration ist ein zentraler Faktor für das Finden der eigenen und kulturellen Identität innerhalb der Gesellschaft.

So, wie es kurz und bündig in der EQUAL-Initiative formuliert wird: „Ohne Arbeit gibt es keine Integration“.