Kredit von Privat

Es gibt für Asylwerber keine - wie auch immer geartete - Möglichkeit, neben den knapp kalkulierten Versorgungsleistungen des Gastlandes an eine darüber hinausgehende, auch nur kleine Summe Geldes für dringend nötige Anschaffungen oder zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände zu kommen. Keine Förderungen, Fonds, Unterstützungen oder Hilfen stehen zur Verfügung für das, was aus den Versorgungsleistungen nicht geschafft werden kann, selbst wenn - wie in Österreich bei privater Unterkunft während des laufenden Asylverfahrens - Antrag auf Grundversorgung beim jeweiligen Bundesland gestellt wird.

Aus nachvollziehbar gutem Grund - entscheidet sich ja je nach Ausgang des Asylverfahrens, ob der Betroffene überhaupt bleiben kann - oder, bei negativem Asylbescheid - das Land verlassen muss. Viele Bedürfnisse und notwendige Anschaffungen sind aber ebenso nachvollziehbar zu begründen. Bei der durchschnittlichen Dauer eines Asylverfahrens, inklusive der eventuellen Berufungsverfahren ergibt sich allerdings in praktisch allen Fällen ein Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren, die der Betroffene ganz sicher im Land verbleiben kann, und die geliehene Summe aus den Versorgungsleistungen, auf die er Anspruch hat, zurückzahlen kann.

Da diese Möglichkeit aber offiziell nicht eingeräumt wird, steht dabei die Frage im Raum, wie es denn mit einem kleinen Darlehen von privaten Personen aussieht. Die Antwort ist kurz und bündig: sehr dürftig. Die allerwenigsten haben das Glück, jemanden in ihrem Gastland so gut zu kennen, dass er ihnen finanzielle Unterstützung gewähren würde. Weniger, weil die großmütigen Kreditgeber sich auf keinerlei Rechtssicherheit in bezug auf dieses Darlehen und seine Rückzahlung verlassen können, sondern einfach weil die sozialen Kontakte von Asylwerbern im Gastland meist sehr eng beschränkt bleiben, und solche Leute kaum je einschließen. Es erfordert einfach großes Vertrauen, jemandem so einfach auf Handschlag Geld zu leihen - jemandem den man kaum kennt, und der noch dazu aus einem völlig fremden Kulturkreis kommt - und möglicherweise auch nach kurzer Frist dorthin zurückkehren wird. Die wenigen Menschen, deren soziales Gewissen so empfindsam ist, und deren Vertrauen in ihre eigene Menschenkenntnis groß genug ist, sind sehr rar. Und schwer zu finden.

Wie bereits erwähnt, gibt es auch keinerlei Rechtssicherheit, um wieder an sein Geld zu kommen, wenn der Asylwerber seinen Rückzahlungspflichten nicht - oder nicht mehr - nachkommt. Das geliehene Geld ist dann einfach in den Kamin zu schreiben.

Ganz ähnlich sieht es dabei mit Bürgschaften aus - auch die würde wohl kaum jemand eingehen. Abgesehen davon, dass auch eine Bürgschaft wahrscheinlich auch nicht genügen würde, einem Asylwerber einen Kredit zu verschaffen.

Auch diese Möglichkeit bleibt also in den meisten Fällen verbaut - wenigstens solange sich nicht von staatlicher Seite jemand darum annimmt, hier Möglichkeiten zu schaffen. Die Zeichen der Zeit, ebenso der Politik, stehen allerdings nicht gerade günstig für Vorhaben dieser Art.

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